Vortrag Mobbing

„Mobbing beenden - Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können“

Förderkreis veranstaltet zusammen mit Elternbeirat Vortragsabend an der Realschule Arnstorf zu aktuellem Thema

Genau hinschauen, Halt geben, im Gespräch bleiben und Hilfe anbieten. So könnte die extrem verkürzte Zusammenfassung des Vortragsabends an der Realschule Arnstorf zum Thema "Mobbing beenden - Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können" lauten. Die Experten  Dr. Joachim Weiß, Elisabeth Deinhart und Christina Hartl von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern Rottal-Inn zeigtensehr gut auf, welche Bandbreite Mobbing haben kann, erläuterten die Warnsignale, die die Betroffenen aussenden und gaben Informationen, wie der Weg aus dem Mobbing, mit Hilfe von Familie oder verschiedensten Beratungs- oder Hilfestellen geschafft werden kann.    

Die Referenten erläuterten, dass Mobbing kein neues Phänomen sei. Leider sei es auch in Schulen weit verbreitet, wobei es nicht verwechselt werden darf mit kurzzeitigen Konflikten oder Streitereien. Der Begriff Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet anpöbeln, fertigmachen. Mobbing ist eine Form offener und/oder subtiler Gewalt gegen Personen über längere Zeit mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung. Es kann sich dabei um verbale und/oder physische Gewalt handeln.

Mobbing unter Schülern bezeichnet alle böswilligen Handlungen, die kein anderes Ziel haben, als eine Mitschülerin oder einen Mitschüler fertig zu machen. Dazu gehören als direktes Mobbing: Hänseln, Drohen, Abwerten, Beschimpfen, Herabsetzen, Bloßstellen, Schikanieren und als indirektes Mobbing: Ausgrenzen, Ruf schädigen, Beschädigen von Eigentum der gemobbten Person oder "Kaltstellen" durch das Vorenthalten von Informationen.

Lehrkräfte seien mitunter überrascht, wenn man sie auf Mobbing in einer Klasse anspricht. Denn die Schikanen geschehen oft sehr subtil und meist außerhalb des Unterrichts, während der Pausen oder auf dem Schulweg. Mobbing kann in jeder Klasse auftreten, wobei die Häufigkeit des Auftretens abhängig ist vom Sozialklima in der Klasse. Stimmt es in der Klassengemeinschaft und wird von den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern offen gesprochen, gibt es nur in seltenen Einzelfällen "Mobbing".

Wichtig ist es in jedem Fall die Warnsignale zu sehen.  So z. B. wenn das Kind plötzlich ohne ersichtlichen Grund nicht mehr gerne zur Schule gehen möchte, wenn es ständige Bauch- oder Kopfschmerzen als Grund für das Zuhause bleiben angibt oder wenn eine Notenverschlechterung nicht erklärbar ist. Dann sollte dieses Verhalten von den Eltern oder den Lehrkräften in Gesprächen mit Geduld und Verständnis hinterfragt und ernst genommen werden. Mobbing entsteht meist aus unterschiedlichen Konflikten heraus: Diese können Überforderung, Unterforderung, überzogener Leistungsanspruch, Neid, Antipathie oder Missbrauch von Macht sein. Wichtig sei es, keine Schuldzuweisungen zu machen.

Mobbing sollte nicht erst zum Thema an der Schule gemacht werden, wenn sich die Vorfälle häufen, sondern generell mit einer Anti-Mobbing-Strategie und einer Anti-Mobbing-Kultur begegnet werden. Präventiv zu agieren wäre immer besser als erst auf Vorkommnisse zu reagieren, darin sind sich Schulleitung sowie Elternbeirat und Förderverein einig. So hatten sie nicht erst auf die Ereignisse in Berlin reagiert, sondern bereits  im letzten Jahr mit der Planung des Vortragsabends begonnen. Dass das Thema genau zum Zeitpunkt des Vortragsabends so traurig aktuell sein würde, dachte niemand. Mit dem Hinweis, dass es zahlreiche Anlaufstellen für Betroffene gibt, z. B. bei Schulsozialarbeiter*innen, in Beratungsstellen vor Ort und telefonisch und auf vielen Internetseiten, schlossen die Referenten ihre Ausführungen und stellten sich den Fragen der Eltern.  

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