Realschule Arnstorf

Gegen das Vergessen – Die 9. Klassen besuchen die KZ-Gedenkstätte Dachau

von Ertl Michaela

Am 29. Juli 2025 besuchten die 9. Klassen unserer Schule die KZ-Gedenkstätte Dachau. Die Exkursion war Teil des Geschichtsunterrichts zum Thema Nationalsozialismus und hatte das Ziel, die Schülerinnen und Schüler für die Schrecken der NS-Zeit zu sensibilisieren – und zugleich einen Ort des Gedenkens und der Mahnung persönlich zu erleben.
Das Konzentrationslager Dachau wurde bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1933 errichtet und war das erste dauerhafte Konzentrationslager auf deutschem Boden. Ursprünglich als Lager für politische Gegner gedacht – vor allem für Kommunisten, Sozialdemokraten und andere Regimekritiker – entwickelte sich Dachau rasch zu einem Modell für das nationalsozialistische Lagersystem. Bis zur Befreiung durch amerikanische Truppen im April 1945 waren hier über 200.000 Menschen inhaftiert, mindestens 41.500 Häftlinge kamen ums Leben.
Während der Führung über das Gelände erhielten die Schülerinnen und Schüler einen beklemmenden Einblick in den Lageralltag: das ehemalige Jourhaus mit der zynischen Inschrift „Arbeit macht frei“, der Appellplatz, die Barackenrekonstruktionen und das Krematorium verdeutlichten das Ausmaß der systematischen Unterdrückung und Gewalt. Auch die Ausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude beeindruckte mit zahlreichen Zeitdokumenten, Fotografien und persönlichen Berichten von Überlebenden.
In Gesprächen mit dem pädagogisch geschulten Gedenkstättenpersonal reflektierten die Jugendlichen ihre Eindrücke. Viele zeigten sich erschüttert von dem, was sie gesehen und gehört hatten. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und aus der Geschichte zu lernen.
Gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme, antisemitische und antidemokratische Tendenzen wieder zunehmen, wurde allen Beteiligten bewusst, wie bedeutend Demokratie, Menschenrechte und Zivilcourage auch heute sind. Der Besuch der Gedenkstätte leistete daher nicht nur einen wichtigen Beitrag zur historischen Bildung, sondern auch zur Förderung einer kritischen Haltung gegenüber Intoleranz, Hass und Ausgrenzung.